Ehrenamt - Marien Kliniken

Zeit schenken. Menschen begleiten. Nähe geben.

Seit dem 1. September 1976 engagieren sich Menschen in den Marien-Kliniken ehrenamtlich für Patientinnen und Patienten. Aus dieser langjährigen Tradition ist ein lebendiges und wertvolles Ehrenamt entstanden, das bis heute einen festen Platz in unserem Krankenhaus hat.

In der Katholischen Krankenhaushilfe haben sich ehrenamtliche Damen und Herren zusammengeschlossen, um die Sorgen und Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten mitzutragen, ihnen Zeit zu schenken und Unterstützung im persönlichen Bereich anzubieten.

Unser Ehrenamt ist dabei offen für Menschen aller Konfessionen und Religionen. Was unsere Arbeit verbindet, ist nicht die gemeinsame religiöse Zugehörigkeit, sondern die gemeinsame Haltung: für Menschen da zu sein.

Das Leitbild der Marien-Kliniken „Mehr für Menschen“ ist dabei richtungsweisend. Denn ein Krankenhausaufenthalt ist für jeden Menschen eine besondere und oftmals herausfordernde Situation. Vertraute Abläufe werden unterbrochen, die gewohnte Umgebung fehlt und manchmal entstehen Unsicherheit, Ängste oder Einsamkeit.

Genau hier setzt unser Ehrenamt an.

Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – die „grünen Damen und Herren“ – schenken etwas, das im Krankenhausalltag besonders kostbar ist: Zeit und persönliche Aufmerksamkeit. Sie hören zu, begleiten, geben Orientierung, leisten Gesellschaft und haben ein Gespür dafür, wann ein Mensch ein Gespräch, Unterstützung oder einfach jemanden an seiner Seite braucht.

Ihre freundliche Mitmenschlichkeit, ihre Empathie und ihre Bereitschaft, sich auf jeden Menschen individuell einzulassen, können Vertrauen schaffen und dazu beitragen, dass sich Patientinnen und Patienten sicherer, wahrgenommen und gut aufgehoben fühlen.

Dabei sind die Ehrenamtlichen eine wertvolle Ergänzung zur medizinischen und pflegerischen Versorgung. Sie übernehmen keine Aufgaben des hauptamtlichen Personals, sondern bringen etwas ganz Eigenes ein: Zeit für den Menschen.

Selbstverständlich unterliegen alle ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schweigepflicht. Die persönliche Würde, die Privatsphäre und die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten stehen jederzeit im Mittelpunkt.

Vier Bereiche – ein gemeinsamer Gedanke

Das Ehrenamt der Marien-Kliniken ist in vier Bereiche gegliedert:

  • Begleitdienst
  • Besuchsdienst
  • Demenzpatendienst
  • Patientendienst

Jeder dieser Bereiche hat seine eigenen Aufgaben und Schwerpunkte. Was alle verbindet, ist der Wunsch, Menschen während ihres Krankenhausaufenthaltes ein Stück zu begleiten und ihnen das Gefühl zu geben:

„Ich bin nicht allein.“

Bereiche des Ehrenamts

„Manchmal braucht es keine großen Worte – nur jemanden, der einfach da ist.“
— Dr. Tillmann Rusch
Quelle: Universitätsklinikum Marburg, 2025.

Viele Menschen sind verunsichert, wenn sie in einem Krankenhaus aufgenommen werden oder sich zu einer ambulanten Untersuchung in einer ungewohnten Umgebung befinden. Während des Krankenhausaufenthaltes sind häufig verschiedene Untersuchungen und diagnostische Maßnahmen notwendig. Gerade in solchen Situationen können Orientierung, Sicherheit und menschliche Zuwendung eine wertvolle Unterstützung sein.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Begleitdienstes stehen den Patientinnen und Patienten mit Ruhe und Zeit zur Seite. Sie begleiten Patientinnen und Patienten von den Stationen zu Untersuchungen und bringen neu aufgenommene Patientinnen und Patienten bei Bedarf auf ihre Station.

Darüber hinaus sind sie Ansprechpartner für kleinere und größere Anliegen des Krankenhausalltags. Auch Angehörige und Besucherinnen und Besucher finden in ihnen wertvolle Lotsen, wenn sie Abteilungen, Stationen oder andere Bereiche des Hauses suchen.

Einsatzzeiten:
Montags bis freitags von 8:30 bis 11:30 Uhr.

„Es gibt ein untrügliches Maß für die Zuneigung: die Zeit, die man ihr widmet.“
— Sully Prudhomme, Gedanken

Der Besuchsdienst schenkt Patientinnen und Patienten vor allem eines: Zeit, Aufmerksamkeit und persönliche Zuwendung. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an unterschiedlichen Tagen im Krankenhaus tätig und jeweils einer festen Station zugeordnet.

Sie besuchen Patientinnen und Patienten, hören aufmerksam zu, führen persönliche Gespräche und leisten Gesellschaft. Dabei richtet sich die Begleitung immer nach den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten des jeweiligen Menschen.

Ein gemeinsamer Spaziergang, eine kleine Besorgung oder einfach das ruhige Dabeisein können den Krankenhausaufenthalt angenehmer gestalten.

Besonders wertvoll ist der Besuchsdienst für Menschen, die wenig oder keinen Besuch von Angehörigen oder Freunden erhalten. Auch der Wunsch, mit einer neutralen Person über persönliche Gedanken, Sorgen oder Alltagsthemen zu sprechen, kann hier seinen Raum finden.

In Absprache mit den zuständigen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern können zudem kleine Aktivitäten, besondere Anlässe oder individuelle Beschäftigungsangebote gestaltet werden.

Einsatzzeiten:
An unterschiedlichen Wochentagen, überwiegend mittwochs, sowie nach Bedarf.

„Bitte sehen Sie mich als Person und nicht nur als ‚die Patientin mit Demenz‘. Berücksichtigen Sie bitte auch meine Ressourcen und geben Sie mir Perspektiven.“
— Helga Rohra, Interview mit ORF Science, 2018.

Der Anteil demenziell erkrankter Patientinnen und Patienten im Krankenhaus nimmt zu. Die ungewohnte Umgebung, veränderte Tagesabläufe und der Verlust vertrauter Strukturen können für Menschen mit Demenz eine besondere Herausforderung darstellen.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Demenzpatendienstes schenken diesen Patientinnen und Patienten Zeit, Aufmerksamkeit und Orientierung. Sie setzen sich zu ihnen, führen Gespräche, greifen vorhandene Ressourcen auf und bieten eine individuell passende Beschäftigung an.

Für die Begleitung stehen fünf unterschiedliche Beschäftigungsboxen zur Verfügung. Sie greifen verschiedene vertraute Lebensbereiche und Interessen auf: Geburtstag, Freizeit, weibliche Aktivitäten, männliche Aktivitäten sowie das Spiel „Mensch ärgere Dich nicht“.

Die Materialien bieten Anknüpfungspunkte an vertraute Alltagssituationen und persönliche Erinnerungen und ermöglichen eine ressourcenorientierte Beschäftigung.

Einsatzzeiten:
Montags bis freitags, überwiegend von 10:00 bis 13:00 Uhr, sowie nach Bedarf.

„Es kommt nicht nur darauf an, was wir äußerlich in der Welt leisten, sondern was wir menschlich geben, in allen Lagen.“
— Albert Schweitzer

Der Patientendienst ist auf der onkologischen Station tätig und richtet sich an Patientinnen und Patienten, die während ihres Krankenhausaufenthaltes besondere persönliche Unterstützung und Zuwendung benötigen.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen sich Zeit für Gespräche, hören zu und begegnen den Patientinnen und Patienten mit Einfühlungsvermögen und Wertschätzung. Sie schenken Aufmerksamkeit und schaffen damit kleine Momente der Normalität und persönlichen Nähe im oftmals belastenden Krankenhausalltag.

Im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Möglichkeiten unterstützen sie das hauptamtliche Team bei nicht-pflegerischen Tätigkeiten. Dazu gehören beispielsweise kleine Besorgungen, die Begleitung von Patientinnen und Patienten in den Garten oder in die Kapelle sowie kleinere Wege und Fahrten innerhalb des Hauses.

Die persönliche Zuwendung durch die Ehrenamtlichen stellt eine wertvolle Ergänzung zur medizinischen und pflegerischen Versorgung dar. Sie trägt dazu bei, dass sich Patientinnen und Patienten trotz ihrer Erkrankung gesehen, wahrgenommen und begleitet fühlen.

Einsatzzeiten:
Montags bis freitags von 9:00 bis 12:00 Uhr sowie nach Bedarf.

Ehrenamt, das verbindet

Ehrenamt im Krankenhaus bedeutet, Menschen in einer besonderen Lebenssituation ein Stück ihres Weges zu begleiten. Es bedeutet zuzuhören, Orientierung zu geben, Mut zu machen, Gesellschaft zu leisten und manchmal einfach da zu sein.

Oft sind es nicht die großen Dinge, die in Erinnerung bleiben. Es sind die kleinen Begegnungen: ein freundliches Wort, ein gemeinsamer Spaziergang, ein Gespräch, ein vertrautes Spiel oder ein Mensch, der sich Zeit nimmt.

Wer Zeit schenkt, schenkt Leben.

 

Wir sind dankbar für die vielen engagierten Damen und Herren, die unser Ehrenamt seit Jahrzehnten mit Leben füllen und mit ihrer persönlichen Haltung zu dem machen, was es heute ist: ein menschlicher, wertvoller und unverzichtbarer Teil der Marien-Kliniken.

Vielleicht ist auch für Sie etwas dabei?

Wir freuen uns jederzeit über Menschen, die Interesse daran haben, sich ehrenamtlich bei uns zu engagieren und unser Team zu bereichern.

Dabei muss niemand von Anfang an wissen, welcher Bereich der richtige ist. Wer neugierig ist und unser Ehrenamt zunächst kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen, in allen vier Bereichen zu hospitieren und ganz unverbindlich „hineinzuschnuppern“.

 

So können Sie erleben, wie die verschiedenen Dienste gestaltet sind, mit unseren ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Gespräch kommen und für sich entdecken, wo die eigenen Interessen und Fähigkeiten am besten passen.

Vielleicht entsteht aus einem ersten Schnuppertag eine neue Aufgabe, vielleicht eine wertvolle Begegnung – und vielleicht entdecken Sie dabei, wie bereichernd es sein kann, anderen Menschen Zeit zu schenken.

Wir freuen uns auf Sie – und auf das, was gemeinsam daraus entstehen kann.

Kontakt

Pelagia Ksoll

Koordination Ehrenamt